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Chanson mit AugenkullernÜberzeugend: Die Popette Betancor im Scharfrichter Passau |
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Ach, Sie wissen nicht, was eine Popette ist? Macht nichts. Die Gattung ist
jung, und es gibt eigentlich nur eine würdige Vertreterin: Die Popette Betancor,
eine gewagte Mischung aus POPsängerin und ChansonETTE. Susanne Betancor
heißt sie in Wirklichkeit, lebt in Berlin, und singt mit zunehmendem Erfolg
ihre Lieder und Chansons. Nächstes Jahr wird ihr der Kleinkunstpreis in
der Sparte Chanson/Lied im Mainzer Unterhaus verliehen. Von ihrem Können
überzeugte sich am Mittwoch abend das Publikum im Scharfrichterhaus Passau.
Betancor hat, ähnlich wie zum Beispiel auch Sven Regener von "Element of
Crime", die Poesie der Großstadt für sich entdeckt. Charmant und witzig
erzählt der augenkullernde Wirbelwind von seinen Ausflügen, Begegnungen
im Park, im Zug (mit der "Tick- Tack-Omma"), denn: "Privates ist ja heute
modern". Die Sängerin überzeugt nicht nur mit ihrem Charme und ihrer Stimme,
sie kann auch hervorragend Klavier spielen, greift gelegentlich sogar zur
Trompete und zur Mini-Wandergitarre.
Fragt sich nur, was die Popette gegen Tauben hat. Diese Tiere seien nämlich doof, würden täglich aus mangelndem Zeitgefühl wie der Osterhase ihre Eier verstecken und viele skurile Dinge tun. Logisch, daß sie als nächsten Sommerhit "Wir geh'n Taubengrillen im Park" vorschlägt. In Anlehnung an Georg Kreislers "Wir gehn Tauben vergiften im Park" dichtet die Betancor: "Wir gehn Taubengrillen im Park, ich mag so gern wie das riecht, und wenn die Taube danach nicht mehr fliegt . . ." Betancor bekam viel Applaus, das Publikum erklatschte sich zwei Zugaben, inklusive einem Hip Hop nach dem Motto "Ißt du hip, dann gehst du hop". Privat ist eben modern. (ms) Fotos: © Martin Schrüfer * * *
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